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Anmerkung:
Mitte der 80'er Jahren gab es für den DOS-PC und für den Amiga das Computerspiel "Die drei Stooges". Auch ich hatte mir damals das Spiel gekauft. Leider ist mir die Diskette im Laufe der Jahre abhanden gekommen. Zum Glück liegt mir aber noch die Beschreibung vor. In ihr ist nicht nur die übliche Spielbeschreibung enthalten, sondern auch eine, wie ich meine, sehr interessante und ausführliche Biografie. Diese Biografie kann hier nachgelesen werden.
Wer hat das Spiel noch für den PC?
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EINLEITUNG
"stooge, n.l (a) ein Schauspieler, der aus dem Publikum heraus einem Bühnenkomiker durch
Zurufe hilft; (b) ein Schauspieler, der einem Komiker hilft, indem er ihm Stichwörter, Sätze o.ä. zuspielt, das Opfer von Streichen ist usw."
aus Webster's Dictionary (ungekürzt)
Der Filmkritiker und Historiker Leonard Maltin sagte einmal, dass es in der Öffentlichkeit zwei Gruppen gebe, "von denen die eine aus Personen besteht, die über die drei Stooges lachen, die andere aus Personen, die sich fragen, warum erstere lachen".
Die Anziehungskraft der Stooges widersetzt sich akademischer Deutung oder pedantischer Analyse; sie besteht ganz einfach. Wie ein ins Auge gestochener Finger oder ein pendelartiger Faustyschlag unters Kinn sind die Stooges eine Urkraft, ein Lachen aus dem Bauch heraus von kinetischer, chaotischer Kraft, eine Kraft, die man entweder komisch findet oder die einen kalt läßt.
Warum sind die Stooges komisch? Wie Louis Armstrong einst, wenn auch in anderem Zusammenhang, sagte:"Wer schon fragen muß, wird es nie verstehen." Sagen wir es mal so: Wenn jemand in einer Pfütze ausrutscht und hinfällt, gehören Sie dann zu den Passanten, die lauthals draufloslachen, oder zu denen, die die Stirn runzeln und sich fragen, wie man sich am Unglück eines anderen nur ergötzen kann"?
Die erste Gruppe, das sind die begeisterten Anhänger der Stooges; die anderen, das sind diejenigen, auf die die Stooges seit einem halben Jahrhundert Torten schmeißen, wortwörtlich und bildlich gesprochen.
Ich muss gestehen, dass ich nicht als Stooges-Fan zur Welt gekommen bin. Als die Drei im Jahre 1958 zum ersten Mal im Fernsehen in New York auftraten, konnte der frühreif-verbildete Geist, den ich als Achtjähriger besaß, gar nicht den Witz erkennen, der in den Ohrfeigen, Fausthieben und Seitenknuffen dieser Typen steckte. Ich zog alles in allem den reiferen Humor von Abbott & Costello vor.
Meine Wandlung von einem Mitglied der Gruppe B zu einem der Gruppe A vollzog sich, wie das bei solchen Dingen meist der Fall ist, langsam und fast unmerklich. Ich kann nur sagen, dass ich mich, als ich drei Jahre später in einem Kino saß und Paul Winchells hervorragende Zusammenstellung von Ausschnitten unter dem Titel "Stop! Look! and Laugh!" sah, vor Lachen nur so bog. Vielleicht ist mir in jenen drei Jahren etwas der Sinn für höchste geistige Kultiviertheit abhanden gekommen, aber ich bezweifle es.
Der Erfolg der Stooges selbst stellte sich auch nicht über Nacht ein. Das ursprüngliche Trio, bestehend aus Moe Howard (Harry Horowitz), seinem Bruder Shemp (Samuel Horowitz) und Larry Fine (Louis Feinberg), war jahrelang durch die Szene getingelt, bevor es eine ertragreiche Lach-Ernte einbrachte.
Laut Maltin's Movie Comedy Teams fing Moe im Showgeschäft an, als er 1914 von zu Hause ausriss, um auf einem Riverboat auf dem Mississippi aufzutreten. Dieses kurze Gastspiel brachte ihn zur Schauspielerei. So trat er in solch unterschiedlichen Produktionen auf wie "Zehn Nächte in einer Bar" auf der einen und Shakespeares "Hamlet" auf der anderen Seite. Ohne Frage war er das Oberhaupt des Trios, hinter den Kulissen ebenso wie auf der Bühne. Er war derjenige, der die anderen bei der Stange hielt und auch das Geschäftliche wahrnahm. Moe besiegelte alle geschäftlichen Transaktionen mit einem einfachen Handschlag. Der "4. Stooge" und Veteran zahlloser Komödienstücke, Emil Sitka, sagte in dem Dokumentarstück "Die Entstehung der Stooges": "Ein Handschlag von Moe war besser als ein unterschriebener Vertrag."
Nach dem Ersten Weltkrieg taten sich Moe und sein Bruder Shemp in einer Bühnennummer als Schwarze zusammen. Zu jenem Zeitpunkt lernten sie dann auch den Komiker Ted Healy kennen. 1923 fingen die Brüder als Healys "Stooges" an, das heißt in genau jener Funktion, die Webster's Wörterbuch in der zweiten Definition diesem Wort zuordnet.
1928 stieß Larry Fine zu der Gruppe, und die ursprünglichen Stooges waren geboren. Der kraushaarige Fine war schon in jungen Jahren ein alter Hase im Showgeschäft. Nach einer langen Lehre in der Szene hatte er in der Vaudeville-Musica-Nummer "Die Haney-Schwestern und Fine" auf der Bühne gestanden. Larry war ein lebensfroher, unbekümmerter Kerl, ein bißchen verrückt und harter Arbeit nicht sonderlich zugetan. "Sein Leben war die Arena", sagete Sitka einmal.
Die aus Ted Healy und seinen Stooges bestehende Truppe hatte ganz guten Erfolg im Vaudeville-Geschäft und trat auch in verschiedenen Revues am Broadway auf, darunter in den legendären "Earl Carroll's Vanities", bevor der Sprung nach Hollywood kam. Healy und siene Jungs arbeiteten für die Fox Studios. Ihr Film-Debüt gaben sie 1930 in der Komödie "From Soup to Nuts".
Bis 1933 traten sie wieder auf der Bühne auf. Im Anschluss daran nahm sie MGM unter Vertrag. In jener Zeit verließ Shemp die Gruppe, um einen Alleingang zu versuchen. Den Fans der sogenannten "B-movies", der Vorfilme, war er bald vertraut, und zwar gewöhnlich als Darsteller kleiner Komikerrollen für Universal. In einer Kurzfilmserie der Warner Brothers, die auf Ham Fishers "Joe Palooka" basierte, war Shemp auch als Manager Knobby Walsh zu sehen.
An die Stelle von Shemp trat ein anderer Bruder aus der Howard-Familie, Jerry, Stooges-Liebhabern als "Curly" bekannt, eigentlich "Lockenkopf", eine ironische Anspielung auf seine auffallende, kurzgeschnittene Frisur. In dieser Zusammensetzung stehen die Drei Stooges dem Publikum unauslöschbar vor Augen: Ober-Stooge Moe mit dem Pinkeltopf-Pony und den schnellen Händen, Larry, sein Haar wie eine Matratzenfüllung unter Strom, und Curly, der dicke Einfaltspinsel mit dem glucksenden Lachen und einer Frisur, die höchstens bei einem Ausbildungsoffizier der Marine Anklang finden würde.
Zwischen 1933 und 1934 trat das Trio mit Ted Healy in fünf Spielfilmen für MGM auf (darunter in "Dancing Lady" mit Joan Crawford und Clark Gable, sowie in "Hollywood Party", ein Streifen, in dem viele Komiker spielten, etwa Jimmy Durante und Laurel & Hardy, als Dick und Doof bekannt), ferner in neun komischen Kurzfilmen, von denen einige in Technicolor gedreht wurden.
1934 trennten sich die Stooges von Ted Healy und unterschrieben einen Vertrag mit Columbia, nach dem sie acht Kurzfilme im Jahr drehen sollten. Dies war der Anfang der längsten Nummer in der Geschichte des Showgeschäfts. In der Zeit, die sie zusammen vor der Kamera standen, wirkten die Stooges in nicht weniger als fast 200 Kurzfilmen, Spielfilmen und Gastauftritten in anderen Filmen mit! Einmal im Jahr schüttelten die Jungs Hände mit dem wichtigsten Mann bei Columbia, Harry Cohn, und der Vertrag wurde verlängert.
Ein Vermögen machten die Stooges bei Columbia nie - ihre Gagen waren beim Abschied praktisch genauso hoch wie beim ersten Vertragsschluss, und von den Tantiemen für die Fernseh-Aufführungen ihrer Kurzfilme sahen die drei keinen einzigen Cent. Aber die Arbeit war immer da, und die Stooges konnten ihr Einkommen aufbessern, indem sie Live-Auftritte machten, die beim Publikum ungemein beliebt waren.
Bei Columbia kam die Sache in Schwund mit den Filmen "Woman Haters" (1934), dessen Dialog aus lauter Reimen bestand, und "Punch Drunks", bei dem die drei Komiker mit ihren richtigen Namen, Howard, Fine und Howard, als Drehbuchautoren erschienen.
Richtig Feuer fingen die Stooges dann mit ihrem dritten Kurzfilm in jenem Jahr, "Men in Black", einer Kleinholz-Klamotte, in der das zeitgenössische Arzt-Drama "Men in White" parodiert wurde. Dieser Streifen erhielt nicht nur eine Oscar-Nominierung, sonder gilt generell als Grundstein für die lange Zusammenarbeit zwischen Columbia Pictures und den Stooges.
In der Person von Del Lord, einem Veteranen von Mack Sennett, hatten die drei Komiker einen Filmdirektor, mit dem sie sich gut verstanden. Lord und die Stooges arbeiteten während der späten dreißiger Jahre an verschiedenen Kurzfilmen zusammen, die allgemein als Klassiker gelten:
"Hoi Polloi" zum Beispiel ist eine zum Schießen komische Parodie auf George Bernard Shaw's "Pygmalion". Ein College-Professor läßt sich unklugerweise mit seinen Kollegen auf eine Wette ein: Er will es fertigbringen, dass aus den drei Banausen kultivierte Herren werden. Stattdessen bringen es die Stooges bei ihrem gesellschaftlichen "Einstand" fertig, ein Abendessen der High Society zu einem chaotischen Alptraum entarten zu lassen. Die Drei zeigten sich stets von ihrer komischsten Seite, wenn sie auf die hochglanzpolierte Welt der feinen Gesellschaft und "Kultur" losgelassen wurden.
Ähnlich übel spielten sie, in "Three Little Beers", dem sportlichen Leben der High Society mit. So besuchen sie, uneingeladen, den Festtag eines eleganten Landclubs, wo sie den sorgsam gepflegten Golfplatz ruinieren. (An einer Stelle versucht Moe, den entsetzten Gärtner, der soeben gesehen hat, was für Löcher die Stooges im Rasen hinterlassen haben, mit den Worten zu besänftigen: "Kannst Du nicht sehen, daß sie kleiner werden?").
In "Disorder in the Court", in dem die Stooges ein Trio trotteliger Zeugen spielen, fliegt die Würde des Hohen Gerichtes zum Fenster hinaus, in "Dizzy Doctors" wird der Ärztestand aufs Korn genommen.
In jener Zeit schossen die Stooges auch eine Reihe von Kostümstücken, zu deren besten etwa "Uncivil Warriors" gehörte, eine Klamotte im amerikanischen Bürgerkrieg, oder die am Wilden Westen orientierten "Whoops, I'm an Indian!" und "Goofs and Saddles".
1938 stieß der Filmdirektor Charley Chase zu Del Lord, ein ehemaliger Star aus Komik-Kurzfilmen. Chase, Lord und Jules White taten alle drei abwechselnd ihr Bestes, um die Drei Stooges zu großen Leistungen anzuspornen, bis Chase 1940 starb. Danach versahen Lord und White den Großteil der Filmdirektorenarbeit, unterstützt von Edwards Bernds und Hugh McCollum.
"Die Leute fragen mich, wie die Zusammenarbeit mit den Stooges war", sagte Emil Sitka. "Man scheint allgemein der Ansicht zu sein, dass es wie ein Zirkus gewesen sein muss, aber es war eher wie Chirugie." Die Art von "Komik mit Körperkontakt", wie sie die Stooges pflegten, erforderte endlose Proben und perfekte Durchführung, wollte man einander nicht wirklich weh tun oder gar verletzen.
Trotz des chaotischen Eindrucks erforderte jedes Element in einem Film mit den Stooges Präzision und, sehr oft, Innovation. Die Klangeffekte zum Beispiel lieferte Joe Henrie, den der Filmdirektor und Autor Edward Bernds als den "unbesungenen Helden der Stooges-Filme" bezeichnete. Laut Bernds war Joe ein Genie, und er liebte die Stooges. Er experimentierte hin und her, bis er den Sound heraus hatte, der die perfekte Ergänzung zu einem Nackenschlag, zu einem Knuff oder einer Kopfnuss auf der Leinwand war. Henrie avancierte später zum Leiter der Abteilung Klangeffekte bei Columbia.
Zusätzlich zu ihren kurzen Streifen bei Columbia traten die Drei Stooges in einer Reihe von Vorfilmen auf, etwa in "Start Cheering" (1938), einer Musikkomödie, die an der Universität spielte und in der Jimmy Durante und der Cowboy-Schauspieler Charles Starrett auftraten, ferner in Gastrollen in "My Sister Eileen (1942), "Rockin' in the Rockies" (1945), einer Country-und-Western-Komödie, "Swing Parade of 1946", einem Streifen, für den die Stooes an Monogram Pictures ausgeliehen wurden, und "Time Out for Rhythm" (1941) mit der langbeinigen Ann Miller und Rudy Vallee. Die Stooges waren Teil der Verwicklungen in diesem Film, in dem sie ihr berühmtes "aha"-Messerwerfen veranstalteten.
Inzwischen waren die Drei zu internationalen Stars avanciert, die Live-Auftritte in den ganzen USA und England gaben. Leider verschlechterte sich ab 1946 Curlys Gesundheit. Während der Dreharbeiten zu "Half Wit's Holiday" (1946-47), dem 98. Komik-Kurzfilm für Columbia, erlitt Curly dann einen Schlaganfall. Dies war sein letzter Auftritt als festes Miglied der Stooges.
"Als wir "Monkey Business Man" drehten, Curly's vorletzten Film", so erinnert sich Ed Bernds, "war es eine ziemliche Qual. Mir mußten die Szenen mit seinem Text Zeile für Zeile drehen."
Entschlossen, das Trio am Leben zu erhalten, schlug Moe der Filmgesellschaft Columbia seinen Bruder Shemp als idealen Ersatz vor, hatte Shemp doch bereits als einer der Original-Stooges mit den beiden anderen zusammengearbeitet. Zuerst, so ist im Three Stooges Scrapbook nachzulesen, stieß dieser Einfall auf Widerstand (ironischerweise genauso wie damals der Vorschlag, dass Curly an die Stelle von Shemp treten sollte), doch Moe wurde seinen Einfall schließlich los, und so kehrte Shemp, zum ersten Mal 1947 in "Fright Night", in den Kreis der Schwachsinningen zurück.
Obwohl Curly nicht mehr länger zum Team gehörte, hatte er noch einen kleinen Auftritt in dem Kurzfilm "Hold That Lion". Das "Scrapbook" schreibt dazu, mit diesem Schritt wollte man dem genesenden Curly ein gutes Werk tun und Mut machen. Es war denn auch wirklich eine einprägsame Szene: Moe, Larry und Shemp durchsuchen einen Zug nach einem betrügerischen Rechtsanwalt, der sie um ihr Erbe gebracht hat, als sie auf einen Reisenden mit Melone stoßen, der sehr auffallende, ja bekannte Schlafgeräusche von sich gibt. Der Schlafende ist natürlich Curly, jetzt mit einer richtigen Frisur. Diese Szenenfolge wurde später noch einmal verwendet, und zwar in einer Neufassung von "Hold That Lion". Es ist und bleibt eine der gemeinhin beliebtesten Szenen der Stooges.
Edward Bernds stieß 1945 als Filmdirektor zu den Stooges. Er war es, der das Trio in jenem Jahr durch den Klassiker "Micro Phonies" begleitete. Bernds arbeitete von 1945 bis 1952 mit den Dreien zusammen, wobei er sich mit Jules White und Hugh McCollum in der Direktorenrolle abwechselte.
1951 wurden die Stooges für einen Spielfilm, "Gold Raiders", unter der Leitung von Edward Bernds ausgeliehen. Diesesmal traten sie als Hausierer auf, die dem Gesetzeshüter George O'Brien (hier in seiner letzten Western-Kurzfilmrolle) bei der Zerschlagung einer Verbrecherbande helfen, die sich an Bergarbeitern schadlos halten will. Mit Bernds auf dem Direktorenstuhl konnten sich die Stooges voll und ganz auf ihre Rollen konzentrieren und dafür sorgen, dass der Western noch eine gute Portion wilder wurde.
Anfang der fünfziger Jahre folgten Auftritte in verschiedenen Fernseh-Shows, gemeinsam mit solchen Größen wie Ed Wynn, Eddie Cantor und Frank Sinatra. Man dachte auch an einen Versuchsfilm für eine Fernsehserie mit den Drei Stooges, aber die Idee verkaufte sich nicht.
Als man das Jahr 1956 schrieb, hatten die "neuen" Stooges bereits 78 Kurzfilme gedreht, in denen sie immer neue Einfälle ausprobierten, mit gemischtem Erfolg. Zwei dieser Streifen wurden sogar in 3-D gedreht. "Pardon My Backfire" - in ihrer Autoreparatur-Werkstatt geraten die Stooges an eine Bande entrissener Mörder - und "Spooks", in dem es die Jungs mit einem verrückten Wissenschaftler, seinem riesenhaften Assistenten und einem Gorilla zu tun haben.
Ein erneutes Unglück suchte die Stooges 1956 heim: Shemp starb. An seine Stelle trat Joe Besser, am bekanntesten in seiner Rolle als die freche Göre "Stinky" in der Show von Abbott & Costello. Inzwischen zeigten sich jedoch die Grenzen der Aufnahmefähigkeit des Marktes für komische Kurzfilme. Die Filmgesellschaft Columbia begann die Etats zu kürzen, und den letzten 16 Streifen merkt man das schwindende Interesse der Studios bereits an. Trotzdem probierten die Stooges immer neue Aspekte aus. In "Hoofs and Goofs" und "Horsing Around" versuchten sie es mit Reinkarnation, wobei ihre "Schwester" Bertie (am Ende eines Kurzfilms von Moe in Frauenkleidern gespielt) als sprechendes Pferd "wiederstand".
Die Ära der Drei Stooges schien mit "Sappy Bullfighters" (1958) zu Ende zu gehen. Moe trat 1957 als komischer Taxifahrer im Science-Fiction-Film "Space Master X-7" unter der Leitung von Edwards Bernds auf. Eine Tournee mit Live-Auftritten war geplant, als jedoch plötzlich Joe Bessers Frau erkrankte und er bei ihr bleiben mußte.
Es war eine gute und lange Zeit gewesen. Die Stooges hatten es auf die unglaubliche Anzahl von 191 Kurzfilmen gebracht. Sie waren in der ganzen Welt berühmt, sie waren Gegenstand eines Comics und erschienen Anfang der fünfziger Jahre sogar in einer Serie von 3-D-Heften. Doch all das schien nun vorüber zu sein.
Dann kam der Fernseh-Boom. Im September 1958 stellte die Fernseh-Vertriebsabteilung der Columbia Pictures 78 der Stooges-Kurzfilme (alle mit Curly) zu einem Paket zusammen, das an 75 Fernsehsender verkauft wurde.
Was dann passierte, versetzte jeden in Erstaunen - auch die Stooges, die noch nicht einmal Wiederholungshonorare von ihren alten Filmen bezogen. Das Columbia-Paket war ein durchschlagender Erfolg - eine ganz neue Generation von Zuschauern entdeckte den Stooges-Slapstik.
Columbia erkannte natürlich, auf was für eine Goldader man da gestoßen war, und gab nun auch die verbleibenden Kurzfilme heraus. Die Stooges genossen die Aufmerksamkeit des Publikums wie seit den frühen vierziger Jahren nicht mehr.
Moe und Larry reagierten auf die Nachfrage nach Live-Auftritten mit der Einstellung des Komikerschauspielers Joe De Rita, der jetzt den dritten Mann machte. De Rita hatte Varietè-Erfahrung und war auch schon für Columbia in ein paar Filmen und Kurzfilmen aufgetreten. Sein größter Vorteil war jedoch, dass er Curly ähnlich sah, dessen unnachahmliche Laute bereits fester Kommunikationsbestandteil einer ganzen Fernseh-Generation geworden waren. Mit seinen auf Curly getrimmten, kurzen Haaren war De Rita oder "Curly Joe", wie er in Filmen hieß, ein akzeptabler dritter Stooge. Seine Beliebtheit reichte nie an die seines Vorgängers heran, doch war er ein guter "Handlanger" für Moe, der wie eh und je rumkommandierte, Hiebe austeilte und anderen, die nicht so spurten, wie er es sich dachte, mit dem Finger ins Auge stach (dies jetzt aber nicht mehr so arg wie früher, aus Angst, Kinder könnten den Trick nachmachen und sich gegenseitig wehtun).
Der erste Live-Auftritt, von einem Nachtclub-Besitzer in Pittsburgh arrangiert, war total ausverkauft. Hier legten die Stooges mal wieder voll los und stoogten sich durch die Show, dass einem die Rippen krachten. Besondere Nachmittagsvorstellungen fanden für die Kleinen statt, die das Trio im Medium Fernsehen entdeckt hatten. Bald beschloss Columbia, aus dieser Stoogemanie noch mehr Geld zu schlagen, und verpflichtete die Jungs für eine Spielfilm. "Have Rocket, Will Travel" (1959) war eine Science-Fiction-Parodie, die von den Kritikern natürlich verrissen wurde, beim Publikum und an den Kinokassen jedoch ein Volltreffer war.
Als nächstes gab Columbia einen Szenenzusammenschnitt aus den Moe-Larry-Curly-Kurzfilmen heraus, vorgestellt vom Bauchredner und Komiker Paul Winchell (mit seinen Puppen Jerry Mahoney und Knucklehead Smiff für die Zwischenansagen). Der Film "Stop! Look! and Laugh!" zeigte herausragende Ausschnitte aus einigen der besten Kurzfilme des Trios.
Ein selten gezeigter kleiner Spielfilm, "The three Stooges Scrapbook" (1960), verband neue Aufnahmen mit Trickfilmsequenzen. Produzent war Moe Howards Schwiegersohn, der Comic-Zeichner und Produzent Norman Maurer, der den Comic mit den Stooges in den frühen Fünfzigern gezeichnet hatte. Die Nachfrage nach Stooges-Produkten brachte Columbia sogar dazu, eine Anzahl von Kurzfilmen mit Joe Besser zu einem Paket unter dem Titel "Three Stooges Laugh-O-Rama" zusammenzuschnüren. Doch was das Publikum wollte, war das neue Team mit der Zweitausgabe von Curly, und so standne die Jungs schon bald wieder in einem Spielfilm vor der Kamera.
"Snow White and The Three Stooges" (1961) sollte der erste in einer Reihe ovn Spielfilmen auf Märchenbasis sein, die bei 20th Century Fox hergestellt wurden. (Für dieses Unternehmen hatte Moe in "Space Master X-7" mitgewirkt.) Leider war der Film viel zu zahm für die Gemeinde von Stooges-Fans. Was gar nicht gefiel, war die untergeordnete Rolle, die die Drei anstelle der Sieben Zwerge spielten. der Film als solcher war flott gemacht, mit Patricia Medina als böser Königin und Guy Rolfe als ihr Hexenhelfer Graf Oga, die sich durch die Landschaft fraßen. Doch Eiskunstläuferin Carol Heiss in der Titelrolle als eisliebendes Schneewittchen konnte die Herzen der Zuschauer nie entflammen. Die Stooges hatten wenig zu tun, und obwohl sie ein gewisses Talent für ernste Szenen zeigten, war dies einfach nicht das, was die Fans erwarteten.
Indes, wie immer hatten die Drei schon wieder etwas Neues im Sinn. Wenn sie nicht gerade in solchen Hits wie dien Fernsehshows von Steve Allen und Ed Sullivan Chaos verursachten, standen sie vor der Kamera und schöpften aus ihrer vollen Slapstick-Kiste genau das, was die Zuschauer eindeutig vorzogen. Mit Filmdirektor Edward Bernds taten sich sich erneut zusammen, um einen Verschnitt von Höhepunkten aus den späteren Stooges-Jahren zu machen. In "The Three Stooges Meet Hercules" (1962) nahmen sie die in den frühen sechziger Jahren so beliebten Schwert-und-Sandalen-Epen der Klassik auf den Arm, wobei der absolute Gipfel eine Mischung aus Wagenrennen und Tortenwerfen war. "The Three Stooges In Orbit (1962) nahm noch einmal das Science-Fiction-Motiv aus "Have Rocket, Will Travel" auf. Hier reten unsere Helden die Erde vor den Marsmenschen.
"The Three Stooges Go Around the World in a Daze" (1963), entstanden unter der Leitung von Norman Maurer, der die Produktionsgesellschaft besaß, verulkte Jules Verne. Als Diener eines Abkömmlings von Phineas Fogg, der bei Verne in 80 Tagen um die Welt gereist war, hatten die Drei reichlich Gelegenheit, alle möglichen exotischen Kulissen zu Kleinholz zu verarbeiten.
Ihren unanfechtbaren Platz in der Geschichte der Komik sicherten sich die Stooges 1963 mit "It's a Mad, Mad, Mad, Mad World", einer millionenteuren, verrückten Komödie mit vielen Stars, in der sie unter der Leitung von Stanley Kramer als Feuerwehrleute auftraten. Eine ähnliche und ähnlich wichtige Nebenrolle spielten sie als Künstler der amerikanischen Siederära in der Western-Komödie "Four For Texas" (1963), in der sie sich mit Dean Martin Witze und Hiebe austauschten.
In ihrem letzten Spielfilm, "The Outlaws Is Coming" (1965) - der Titel lehnt sich an den Werbespruch für Hitchcocks "The Birds" an ("The Birds IS Coming") - schlagen die Stooges noch einmal den Wilden Westen in Stücke, bevor sie in den Kino-Sonnenuntergang davonreiten.
Im selben Jahr waren die Stooges in einer Serie von fünfminütigen Farb-Comics im Fernsehen zu sehen, betitelt "The New Three Stooges", an deren Anfang und Ende jeweils Live-Auftritte standen.
Während der Dreharbeiten zu "Kook's Tour", einem ungewöhnlichen Projekt, bei dem die Stooges in verschiedenen Verkehrsmitteln durch die USA reisten, erlitt Larry Fine einen Schlaganfall. Es wurde versucht, die Show mit Emil Sitka weiterlaufen zu lassen, einem Mitglied der Columbia "Muttergesellschaft" der Stooges, der schon in "Three Stooges In Orbit" als verrückter Wissenschaftler aufgetreten war.
"Moe sagte: Die Verträge sind unterschrieben, alles ist bereit, Du wirst ein Stooge!", erinnert sich Sitka. "Dann erhielt ich einen Anruf; das Projekt wurde um eine Woche verschoben. Dann noch eine und noch eine Woche. Schließlich kam der Anruf: Die Stooges sind tot. Was sie meinten war, dass Moe gestorben war."
Zu dem Zeitpunkt, da dieses Stück geschrieben wird, sind nur noch Joe Besser und "Curly Joe" De Rita unter uns. Larry Fine starb im Motion Picture Country Home, einem Heim für alte Bühnenkünstler, und Moe Howard ist ja ebenfalls tot. Das Interesse an den Stooges jedoch ist alles andere als verstorben.
Abgesehen von ständigen Wiederholungen der Kurzfilme und Spielfilme im Fernsehen (und unlängst im Kino) sind einige Bücher, darunter Moes eigenes Moe Howard and The Three Stooges, kurz vor seinem Tod geschrieben, und sogar ein erfolgreicher Musikvideo-Streifen erschienen. Der Videofilm besteht aus zusammengeschnittenem Material aus den Columbia-Kurzfilmen, das um eine neue Platte namens "The Curly Shuffle" drapiert ist. Das Stück wurde, seltsamerweise, zu so etwas wie einer Hymne für die Fans der Baseballmannschaft New York Mets während deren Weltmeisterschaftssaison 1986, als es im Verlauf des siebten Innings bei jedem Heimspiel gespielt und dazu der Videofilm auf der riesigen Anzeigetafel gezeigt wurde.
Ob Sie persönlich diese Art von Witz lieben oder ob Sie sich fragen, wie man sich solch ein Zeug nur ansehen kann - die Stooges haben zweifelsohne den ihnen gebührenden Platz im Heldentempel der Komik und in der Geschichte des Films inne. Ja, sie haben sogar ihren eigenen Stern auf dem Hollywood Boulevard. Und wenn das nicht reicht, dann könnte man noch hinzufügen, dass sie jetzt sogar Gegenstand eines neuen, unterhaltsamen Computerprogramms sind.
Wie dem auch sein mag: Die Stooges und wir, ihre Fans, lachen am besten, denn wir lachen - pardon: 'glucksen' - immer noch.
Ein ergebener Stooge-Fan
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